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Finanziert durch deutsche Steuergelder?
Antisemitische Schulbücher für Palästinenser
Ein Skandal scheint aufgedeckt: Antisemitische Schulbücher für
Palästinenser sollen mit deutschen Steuergeldern finanziert worden sein.
Die Verfasser rufen angeblich zur Zerstörung Israels auf und propagieren
den Märtyrertod als wichtigstes Lebensziel im Kampf gegen Israel
propagiert.
Das palästinensische Bildungsministerium wies die Vorwürfe zurück.
Eigene Schulbücher würden nur bis einschließlich 6. Jahrgangsstufe
gedruckt, die höheren Klassen nutzen Textbücher aus Jordanien und
Ägypten. In den Büchern stünden keine rassistischen Bemerkungen, so das
Ministerium. Israel werde lediglich, allerdings genauso "wie von den
Vereinten Nationen", als "Besatzer" bezeichnet.
Dennoch wird der Sachverhalt vom Berliner Außenministerium geprüft. Es
handelt sich um Schulbücher, die vom UN-Hilfswerk UNRWA zur Verfügung
gestellt werden, finanziert mit den Geldern von der UN und der EU,
darunter auch Deutschland.
Die "Welt am
Sonntag" berichtete, dass in einem der Schulbücher für die zehnte Klasse
der Holocaust mit "Raffgier und religiösem Fanatismus" der Juden
begründet wird. "Nimm dich vor den Juden in Acht, denn sie sind
betrügerisch und unloyal",
heißt es in einem Buch für die neunte Klasse.
Paul Spiegel,
Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, hatte die
Bundesregierung bereits gestern aufgefordert, die Finanzierung
palästinensischer Schulbücher sofort einzustellen. Die Bücher würden die
Saat für Selbstmordanschläge legen und zu gegenseitigem Hass erziehen.
Auch Vizepräsident Michel Friedman betonte die Dringlichkeit der
Überprüfung der Vorwürfe. Es sei ein Skandal, dass die Verwendung der
Hilfsgelder nicht kontrolliert werde, sagte Friedman.
Die Aufregung
um die Schulbücher ist natürlich zu verstehen. Die Finanzierung
derartiger Lerninhalte wäre tatsächlich ein Skandal. Andererseits geht
in den Palästinensergebieten im Moment sowieso keiner zur Schule. Seit
Ausbruch der zweiten Intifada gibt es keinen normalen Alltag mehr.
Israel sorgt derzeit in ganz anderer Weise dafür, dass die
palästinensische Jugend zum Hass erzogen wird.
Ohne das
Problem solcher Schulbücher klein reden zu wollen, gibt es im Moment
wohl die viel dringlichere Sorge, dass die palästinensischen Kinder
überhaupt eine Bildung bekommen, was ihnen eine Chance aus der ausweglos
scheinenden Situation geben könnte.
aue / haGalil
onLine 28-08-2001 |